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Hermann Harry Schmitz wurde 1880 in Düsseldorf geboren. Auf Wunsch seines Vaters
soll er Kaufmann und Offizier werden; eine Tuberkulose macht jedoch die Offizierslaufbahn
unmöglich. Im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt ist er bald ein
geschätzter Unterhalter und Vortragskünstler. Er wird zum Liebling der "feinen"
Gesellschaft. Schmitz nimmt sich Oskar Wilde zum Vorbild und eifert ihm auch in
dessen eleganter Kleidungsweise nach. Aus Verehrung für Heinrich Heine, der vor
seinem Übertritt zu einer christlichen Kirche Harry hieß, nennt sich Hermann Schmitz
mit zweitem Vornamen "Harry". Im Simplizissimus erscheint 1906 eine erste Veröffentlichung.
Der renommierte Rowohlt Verlag verlegt 1911 das erste Buch des "Dandy vom Rhein".
Am 8. August 1913 erschießt sich Hermann Harry Schmitz in einem Hotel bei Bad
Münster am Stein. Eine Renaissance erlebt der Literat insofern, dass sich 1990
eine Handvoll engagierter Düsseldorfer zusammen geschlossen haben und mit viel
Engagement das Werk des Hermann Harry Schmitz pflegen. 1998 wurde im Spiegelzelt
während des Bücherbummel auf der Kö der groteske Theater-Einakter "Nr. 42. Ein
Albdruck" öffentlich welturaufgeführt. (Gustaf Gründgens soll in diesem Theaterstück
aufgetreten sein.) Dies war der Anlass zur Gründung der Hermann-Harry-Schmitz-Societät.
Ziele sind unter anderem die Popularisierung des literarischen Schutzpatrons,
die gebührende Honorierung von Düsseldorfer Grotesken und Skandalen sowie die
unkonventionelle Förderung der Künste. Das Institut, das Hermann-Harry-Schmitz-Institut
befindet sich im Uhrenturm der ehemaligen Haniel & Lueg Werke an der Grafenberger
Allee im Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal. Der alte Uhrenturm ist mit Hilfe privater
Sponsoren, insbesondere dem Baukonzern HOCHTIEF, der Jugendberufshilfe Düsseldorf
und eines ABM-Projektes der Arbeitsverwaltung aufwändig renoviert worden. Im Turm
befindet sich oben die so genannte Laterne; von dort hat man Zugang zu Harry´s
Bar. Neben Hemingways legendärem Lieblingstreff in der Calle Vallerossa in Venedig
gibt es also diese Bar neben Paris und London auch in Düsseldorf. Über Hermann
Harry Schmitz standen gute Kritiken in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und
die bekannte Künstlerin Elke Heidenreich hat ihn als begnadeten Satiriker gelobt.
Uns als Autoren dieser Seiten war wichtig, einige Beispiele für Ereignisse rund
um die vorletze Jahrhundertwende zu geben: So wurde 1904 unter Beteiligung rheinischer
Industrieller das Düsseldorfer Schauspielhaus von Louise Dumont und Gustav Lindemann
gegründet. 1895 wurde die Vorgängerin der heutigen Fortuna 95 gegründet. Der Apotheker
und Privatgelehrte Theodor Löbbecke begründet ein Privatmuseum; seine Witwe Lina
Löbbecke übergibt diese Sammlungen 1904 der Stadt; der Vorgänger des heutigen
Aquazoo-Löbbecke-Museum wird gegründet. 1899 eröffnet das Apollo-Theater. Erst
1997 wird unter der Rheinkniebrücke das neue Roncalli´s Apollo Varieté unter künstlerischer
Leitung von Bernhard Paul eröffnet. Der Nachlass von Hermann Harry Schmitz wird
im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut aufbewahrt.